Seit dem Aufkommen von Web 2.0, findet der Einsatz sozialer Software in Unterrichtsräumen wachsenden Anklang unter Pädagogen. Als weitgehend akzeptierte Formen der sozialen Software im Klassenzimmer gelten Blogs, Wikis und Podcasts, während soziale Netzwerke, wie Myspace und Facebook zumeist noch als umstritten gelten.
Soziale Software hat den Vorteil Studenten zu jedem Zeitpunkt und von jedem beliebigen Ort aus zu einer Beteiligung an kollaborativer Gruppenarbeit zu befähigen. Auch wenn einer der Studenten daheim auf seinem Sofa liegt und an seinem Laptop arbeitet, und sein Teampartner zum selben Zeitpunkt am anderen der Welt in einem Internetcafe sitzt, findet die Kommunikation nahezu nahtlos statt. In Wikispaces werden Informationen und Dokumente in Echtzeit an alle Beteiligten gleichzeitig weitergeleitet, was den Prozess einer Zusammenarbeit selbst über größere Distanzen um ein Vielfaches erleichtert.
Es mag zweifelhaft klingen, doch sogar US-Ivy League Universitäten, wie die Harvard, nutzen die virtuelle 3D-Welt Second Life, um Gerichtssituationen darzustellen und auf diese Weise die juristische Argumentationsfähigkeiten ihrer Jurastudenten zu trainieren.
Durch das erstellen von Blogs im Rahmen einer wissenschaftlichen Projektes, kann eine Gruppe oder eine individuelle Person seine Arbeit einem breiten Publikum zu Anschauung bereitstellen. Außenstehende haben die Möglichkeit die Arbeit zu bewerten, kommentieren oder diskutieren, wodurch mögliche Bugs erkannt und neue Ansätze zusammengetragen werden können.
Weitere pädagogische Vorzüge, die durch die Nutzung sozialer Software zum Tragen kommen, sind unter anderem das unterstützte aktive Lernen der Studenten, durch den Schaffensprozess. Die interaktive Zusammenarbeit im virtuellen Raum ermutigt Studenten zudem ihre Ideen und Kritikpunkte frei zu äußern, wodurch bessere Ergebnisse erzielt werden.
Zusätzlich bietet die Nachstellung realer Gegebenheiten in virtuellen Welten den situationsbedingten Lernprozess nachhaltig zu unterstützen.
Die Anwendungsmethodik von E-Learning 2.0 bzw. Computer Supported Collaborative Learning (CSCL) ist noch nicht vollständig ausgereift. Da aus dem softwarebasierten Lernen häufig eine Einschränkung der zwischenmenschlichen Interaktion und Kommunikation fernab des Computers resultiert, worunter die soziale Kompetenz möglicherweise in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Die Effizienz konventioneller Lehrpraktiken kann jedoch durch die Integration sozialer Software im Wesentlichen unterstützt werden.
